Luftqualität & CO₂-Gehalt selbst messen

Falls Sie sich bei der Büroarbeit oft schlapp und müde fühlen, könnte es an einem zu hohen CO2 Gehalt in der Atemluft liegen. Doch Kohlenstoffdioxid ist nicht die einzige chemische Verbindung in der Luft, die zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Welche das im Einzelnen genau sind, worin diese ihren Ursprung haben, wie man die Luftqualität messen und vor allem die Schadstoffe reduzieren kann, um ein gesundes Raumklima erreichen zu können, habe ich in nachfolgendem Beitrag zusammengefasst. Lesen Sie mit welchem Messgerät Sie selber den Feinstaub und das CO2 messen können.


Warum sollte man selbst die Luftqualität messen?

Eine gute Luftqualität, besonders auch im Innenbereich ist elementar für unser Wohlbefinden, Gesundheit, die Konzentrationsfähigkeit und damit nicht zuletzt auch für unsere Lebensqualität. Daher ist es umso wichtiger die Luftqualität zu messen und zu optimieren.

Nachfolgend finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Aspekte, die einen direkten Einfluss auf die Qualität unserer Atemluft haben. In den nachfolgenden Kapiteln erfahren Sie kurz und knapp, inwiefern diese Schadstoffe unsere Gesundheit beeinflussen, wie Sie die Luftqualität messen können und wie Sie sich und Ihre Familie optimal davor schützen können.

Wichtige Parameter, die elementar für die Qualität der Atemluft sind:

  • Raumtemperatur & Luftfeuchte
  • CO und CO2 Gehalt
  • Feinstaub-Konzentration
  • Ozongehalt
  • Stickoxide

Auf die Raumtemperatur und die Luftfeuchte möchte ich nur kurz an dieser Stelle eingehen. Die Temperatur sollte nicht zu warm gewählt werden, da dies sich ebenfalls negativ auf die Konzentration auswirkt. Auch eine hohe Luftfeuchte ist zu vermeiden, da diese schnell als als drückend und ermüdend empfunden werden kann. Weiterhin steigt hierdurch die Gefahr von Schimmel in den eigenen vier Wänden. Es macht hier in meinen Augen großen Sinn zu wissen, wie hoch die Feuchte in der Raumluft genau ist und daher sollte diese regelmäßig gemessen werden. Hierzu gibt es Hygrometer, ich habe Ihnen hier beispielhaft eines von TGA Dostmann verlinkt. Wenn Sie auch an der Luftqualität im Außenbereich interessiert sind, kann ich Ihnen meinen Beitrag zu Funk-Wetterstationen ans Herz legen.


CO und CO2 Gehalt messen

Bei Kohlenstoffmonoxid (CO) handelt es sich um ein Atemgift, das bereits bei sehr geringen Konzentrationen toxisch wirkt. Bereits nach sehr geringer Expositionszeit kann es zu Schwindel, Übelkeit und sogar zu Bewusstlosigkeit kommen. Bei höheren Konzentrationen kann es zu einer lebensbedrohlichen Kohlenstoffmonoxidvergiftung kommen. In aller Regel entsteht Kohlenmonoxid bei unsauberen Verbrennungsprozessen. Oft kommt es in Folge von defekten Heizungsanlagen oder Abluftsystem zu erhöhten Konzentrationen in der Atemluft. Sie sollten demnach unbedingt die vorgeschrieben Wartungs- und Inspektionsintervalle einhalten und fachmännisch durchführen lassen.

Gerade wenn Sie bei sich zu Hause mit einem Holzofen oder Kamin heizen oder mit Gas kochen, kann ein Kohlenmonoxid Messgerät bzw. Melder großen Sinn machen, diese sind wirklich nicht teuer und können Ihnen im Erstfall das Leben retten. 

Bei Kohlenstoffdioxid (CO2) verhält es sich etwas anders, dieses ist für sich genommen eigentlich nicht giftig für den Menschen. Allerdings verhindert es die Sauerstoffaufnahme in Ihren Körper. Bei zu hohen Konzentrationen kann es demnach im extremen Fall zum Erstickungstod kommen. 

Bei leicht erhöhten Gehalten in der Atemluft kommt es zwar zu keiner Gesundheitsbeeinträchtigung, aber es leitet die Konzentrationsfähigkeit, man kann sich unter Umständen müde fühlen und auch Kopfschmerzen können auftreten.

Kohlenmonoxid und CO2 Messgerät - CO2 messen für perfektes Raumklima

CO2 Messgerät - CO2 messen für perfektes Raumklima

Um Ihr Wohlbefinden und Ihre Konzentrationsfähigkeit zu steigern, macht es durchaus Sinn, wenn Sie in Ihrem Wohnzimmer oder im Büro regelmäßig oder permanent das Kohlenstoffdioxid messen. Hierfür gibt es CO2 Messgeräte, die mittels Infrarotsensoren die Konzentration in der Atemluft messen. Dieses Messverfahren ermöglichen sehr exakte Messwerte. Ist der Wert zu hoch, werden Sie umgehend informiert. Das CO2 Messgerät AirCO2ntrol von TFA Dostmann ist ein beliebtes Modell zu diesem Zweck. Überwachen Sie die Kohlendioxid Konzentrationen in den verschiedensten Räumen einfach auf dem verbauten Display, die verbauten LED-Lämpchen zeigen das aktuelle Level an. Wird es zu hoch, leuchtet zunächst das gelbe und dann rote Lämpchen.

Ist die CO2 Konzentration zu hoch, hilft es in den meisten Fällen einfach kurz und intensiv zu Lüften, um Frischluft in den Wohnraum zu lassen. Oft hat dies auch einen positiven Einfluss auf die Luftfeuchte im Raum. Auch Grünpflanzen wirken sich hier positiv aus. Da diese Photosynthese zur Energiegewinnung betreiben, verbrauchen diese das Kohlenstoffdioxid aus der Luft und wandeln es zu Sauerstoff und Traubenzucker um.

Einige CO2 Messgeräte zeichnen die Werte auch über einen längeren Zeitraum auf und speichern diese ab. Dies ermöglicht Ihnen eine genaue Analyse des Raumklimas, da Sie sich nicht nur auf einen Einzelwert verlassen müssen.


Feinstaub selber messen

Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Partikel in unserer Atemluft, die mit dem bloßen Auge in aller Regel nicht zu erkennen sind. Hauptsächlich entstehen diese Partikel durch Verbrennungsprozesse im Rahmen des Straßenverkehrs, der Stromerzeugung, der Heizungsanlagen in Wohngebäuden oder industriellen Prozessen, wie z.B. der Stahlerzeugung. Am Feinstaub selbst können sich zudem noch weitere gesundheitsschädliche Stoffe anlagern, wie beispielsweise feinste Schwermetallpartikel wie z.B. Cadmium oder auch Benzo(a)pyren, das u.a. bei der unvollständigen Verbrennung von Holz oder Kohle entsteht. 

Prinzipiell kann man sagen, dass kleinere Partikel bedenklicher sind, da sie einfach in den Organismus gelangen und von diesem aufgenommen werden können. Feinstaub unterscheidet man demnach auch hinsichtlich der Partikelgröße in PM10 (< 10 Mikrometer), PM2,5 (< 2,5 Mikrometer) und ultrafeine Partikel (< 0,1 Mikrometer). Die gesundheitlichen Folgen begrenzen sich hierbei nicht nur auf die Atemwege und die Lunge, sondern gerade die ultrafeinen Partikel können wohl u.a. sogar zu einer verstärkten Plaquebildung in den Gefäßen führen, was ein erhöhtes Thromboserisiko nach sich zieht. 

Feinstaubgehalt in der Atemluft messen

In Anbetracht der möglichen gesundheitlichen Folgen, macht es in meinen Augen durchaus Sinn, den Gehalt an Feinstaub selber messen zu können und dies auch in regelmäßigen Abständen zu tun. Besonders in Ballungsräumen und vielbefahrenen Straßen, kann die Feinstaubbelastung sehr hoch sein.

Luftqualität messen - Wie können Sie den Feinstaub selbst messen?

Hierfür gibt es spezielle Messgeräte, wie das HoldPeak HP-5800D Feinstaubmessgerät. Dieses misst die Konzentration der PM2,5 (< 2,5 μm) und PM10 (< 10 μm) Partikel in der Luft, die Messdauer kann zwischen 60 und 180 Sekunden in Intervallen von 10 Sekunden eingestellt werden. Doch auch eine manuelle Steuerung ist möglich. 

Gemessen wird hier durch einen Laser an einer definierten Menge Luft, das Licht wird entweder an einem Partikel gebrochen oder absorbiert. 

Ein Problem hierbei ist allerdings, dass es beim Feinstaub messen durchaus zu Abweichungen, beispielsweise durch Pollen im Frühjahr kommen kann. Eine genaue Klassifizierung der Partikel findet bei den einfacheren kostengünstigen Geräten in aller Regel nicht statt. Das Gerät informiert nur über den Gehalt an Fremdpartikeln selbst. Sie sind jedoch eine gute Möglichkeit selbst eine Messung durchzuführen, um eine gute Indikation über den Feinstaub in der Luft zu erhalten. Dabei sind die Geräte sehr einfach in der Handhabung.

Wie kann man den Feinstaub zuhause reduzieren?

Den Gehalt an Feinstaub in der Luft kann man selbst nicht so einfach reduzieren. Lüften bringt hier logischerweise keine große Abhilfe, besonders in der Stadt nicht. Eine valide Möglichkeit ist jedoch die Anschaffung eines Luftreinigers, wie das verlinkte Modell von Phillips, der die Partikel aus der Atemluft filtert. Diese sind besonders auch für Allergiker eine echte Überlegung wert. Durch das mehrstufige Filtersystem wird ein Großteil der in der Luft enthaltenen Krankheitserreger, Allergene und eben auch Partikel bis zu 0,02 μm abgeschieden.

Darüberhinaus gibt es aber auch einfache Filtermatten bzw. Membranen, die man einfach auf herkömmliche Heizkörper legen kann. Durch die Konvektion, steigt die Raumluft an den Heizkörpern auf und die Partikel werden mit gefördert und werden in den Membranen festgehalten und aus der Luftgefiltert. 


Ozon-Gehalt in der Luft

Ozon (O3) kennen Sie garantiert; bestimmt haben Sie direkt nach einem Gewitter schon einmal einen charakteristischen Geruch wahrgenommen. Was Sie hierbei riechen, ist das in der Atemluft enthaltene Ozon. Das Gas wird nicht direkt freigesetzt, sondern entsteht wenn sehr energiereiche Strahlung auf Sauerstoff oder besonders auch Stickoxide und organische Verbindungen trifft.

Die Vorläuferverbindungen, aus denen schließlich Ozon entsteht, haben in vielen Fällen menschlichen Ursprung. Vor allem ist hier der Straßenverkehr, Feuerungsanlagen und flüchtige organische Lösemittel aus Lacken, Farben usw. zu nennen. Im Innenraum kann eine zu hohe Ozonkonzentration unter anderem durch Laserdrucker - und Kopiergeräte erreicht werden. Beim Menschen kann es durch Ozon zu Beschwerden in den Atemwegen kommen, von einer Verminderung der Lungenfunktion und entzündlichen Reaktionen, besonders bei Asthmatikern ist hier oft die Rede.


Stickoxide

Gerade im Rahmen des andauernden Dieselskandals haben Sie bestimmt schon einmal von den sogenannten Stickoxiden gehört. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um einen Sammelbegriff für die zahlreichen gasförmige Oxide des Stickstoffs, z.B. Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO₂). Wie bereits im Abschnitt zum Ozon angesprochen, habe diese Verbindungen ihren Ursprung hauptsächlich im Straßenverkehr und Verbrennungsanlagen von vorwiegend fossilen Energieträgern oder Abfall. Sie sind wie angesprochen auch für die Ozonbildung mitverantwortlich, für die sie als Vorgängerverbindung dienen. Auch diese Verbindungen können zu Atemwegsbeschwerden führen, vor allem bei vorbelasteten Personen.

Falls Sie mehr über Schadstoffe in der Luft erfahren wollen, kann ich Ihnen die Webpräsenz des Umweltbundesamts (https://www.umweltbundesamt.de/) empfehlen. Hier finden Sie auch die aktuell gültigen Grenzwerte für die einzelnen Substanzen.

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